LERAY.
Ein Leben gegen Links

Luca Schwitalla

InterviewPubliziert in:Bieler Tagblatt · ajour.ch·

Ein Leben gegen Links

Jürg Scherrer verbringt seine Tage am Flugsimulator. Er fliegt Lufthansa, Swiss, Air France – mit Echtwetter. Wer dort nicht fein genug ist, stürzt ab. In der Politik war ihm das egal.

Jürg Scherrer, Sie sind 78 Jahre alt, waren Nationalrat, Parteipräsident, Bieler Polizeidirektor und Stadtrat. Im Dezember hatten Sie Ihre letzte Stadtratssitzung. Sind Sie jetzt endgültig pensioniert?
Jürg Scherrer: Ja. Der Stadtrat war aber ohnehin nur eine Beschäftigung an zwei bis drei Abenden pro Monat.

Wie verbringen Sie die Zeit?
Meistens mit dem Flugsimulator. Vor ein paar Jahren kam ein neuer raus, hochkomplex. Es ist nicht Gamen im üblichen Sinn. Ich halte nichts von den Spielen, in denen es chlöpft und tätscht. Der Flugsimulator ist sehr empfindlich, da muss man fein sein, sonst gibt es einen Absturz. Man könnte auch das Wetter einstellen, aber ich fliege immer mit Echtwetter.

Sie besitzen einen Volvo von 1967. Fahren Sie noch damit?
Ja, aber nicht viel. Man darf maximal 3000 Kilometer im Jahr machen, und im Moment ist er eingepackt in der Winterpause.

Autos waren immer Ihr Ding. Sie haben Automechaniker gelernt und gelten als einer der Väter der Auto-Partei. Wie kam es dazu?
Ich war bei Volvo im Kundendienst. Am Autosalon 1985 fragte ein Fachverband, ob ein Techniker an seinem Stand etwas erklären könne. Ich sagte zu und lernte dort Michael Dreher (Gründer der Auto-Partei, Anm. d. Red.) kennen. Er kam immer wieder mit Flyern vorbei. Da bin ich der Auto-Partei beigetreten. Sie war erst ein, zwei Monate vorher gegründet worden.

« CO₂ ist die gigantischste Lügenpropaganda, seit die Menschheit existiert. »

Jürg Scherrer

Was hat Sie überzeugt?
Es gab damals ein extremes Kesseltreiben gegen das Auto. Das ist heute noch so, es wird immer schlimmer. Das Auto ist der Todfeind der Linken und Grünen. Doch seit es das Auto gibt, gibt es Volksmobilität. Man kann hinfahren, wo man will – es ist der Inbegriff der persönlichen Freiheit. Doch dann kamen CO-Limiten. Das war noch in Ordnung. Danach Limiten für Kohlenwasserstoff, Lärm, Feinstaub und, und, und. Durch all diese Auflagen gibt es keine andere Industrie, die in so kurzer Zeit so viel technisch erreicht hat wie die Autoindustrie. Aber die Regulierungen hören nicht auf. Und heute ist das CO₂ das Problem.

Sie finden diese Regulierungen falsch?
CO₂ ist die gigantischste Lügenpropaganda seit die Menschheit existiert.

Meinen Sie das ernst?
Es ist nicht das CO₂ für den Klimawandel verantwortlich. Oder nur zum kleinsten Teil.

Was dann?
Die Sonne, oder Sonnenflecken, ich bin kein Wissenschaftler. Aber: Es gab mal eine Zeit, in der noch andere Wissenschaftler zu Wort kamen. Die haben genauso stringent nachweisen können, dass das CO₂ nicht verantwortlich ist, wie die, die nachgewiesen haben, dass es das ist. Eine Wissenschaft, die die komplette Wahrheit für sich beansprucht, ist mir suspekt. Und wenn ein Wissenschaftler heute nicht ins gleiche Horn bläst wie die anderen, ist er morgen weg vom Fenster.

Beim Klimawandel ist der Einfluss des CO₂ mit breitem Konsens belegt.
Ja, in der offiziellen Wissenschaft. Die, die sprechen darf. Die andere darf das ja nicht.

Ihre Erzählungen erinnern an die Corona-Leugner während der Pandemie.
Bei Corona war klar erwiesen, dass es ein Virus ist. Was ich schlimm fand, waren die Lockdowns. Ich habe nicht begriffen, wieso man dieses Volk einfach monatelang einsperrt. Buchstäblich einsperrt! Aber ich habe es mit Fassung getragen.

1987 kandidierten Sie erstmalig für den Nationalrat und wurden gewählt. Ein kometenhafter Aufstieg.
Ja, mit einem Restmandat, das war riesiges Glück. Ich rief meinen Chef an und sagte, ich sei nun Nationalrat. Das Erste, was er machte, war eine Lohnkürzung, da ich ja nicht mehr so oft im Geschäft sei. Also habe ich gekündigt.

1991 holte die Autopartei 5,1 Prozent und acht Nationalratssitze – der Zenit. Dachten Sie, der Aufstieg geht weiter?
Ich habe immer die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die Autopartei eines Tages nicht mehr nötig sein wird. Sie hat tatsächlich nicht überlebt, weil Christoph Blocher so intelligent war und gemerkt hat, was er mit der SVP machen muss. Wir von der Autopartei dürfen für uns in Anspruch nehmen, dass wir die SVP auf unseren Weg gezwungen haben.

Was war das für ein Weg?
Rechtsbürgerlich. Wie die SVP heute ist. Darum bin ich heute ja auch in der SVP.

Die SVP war Ihnen früher zu wenig rechts?
Ja, natürlich, vor allem im Kanton Bern! Es gab zwei Politiker, die waren für mich Schreckgespenster: Ständerat Zimmerli von der SVP und Nationalrätin Beerli von der FDP. Derentwegen hätte ich mir nie vorstellen können, der SVP oder FDP beizutreten.

Sie haben Christoph Blocher gelobt. Er ist umstritten, einer der wenigen Bundesräte, die abgewählt wurden.
(unterbricht) Halt, Stop! Er wurde nicht abgewählt, er wurde nicht wiedergewählt.

Bundesräte werden in der Schweiz standardmässig wiedergewählt. Das nicht zu tun, kommt einer Abwahl gleich. Wieso ist für Sie diese Unterscheidung wichtig?
Das ist wesentlich. Eine Abwahl gibt es in der Schweiz gar nicht. Seine Amtsperiode ist abgelaufen, er hat sich zur Wiederwahl gestellt und wurde nicht gewählt. Ich sehe vor meinem inneren Auge immer noch einen bestimmten Nationalrat herumhüpfen wie ein Hampelmann, als Blocher nicht mehr gewählt wurde.

Wen?
Einen Herrn, der in dieser Stadt ziemlich bekannt ist. Hans Stöckli. Der ist herumgesprungen wie der Chasperli. Blocher war eben zu stark, und die Linken wollen keine starken Bundesräte. Sie wollen schwache Bundesräte, die nach ihrer Pfeife tanzen.

« Ich habe immer gewusst, wie weit ich gehen kann. »

Jürg Scherrer

Wo Jürg Scherrer war, gab es immer wieder Kontroversen. Im Radio wurden Sie 2002 gefragt, ob Gaskammern für Sie auch ein «Detail der Geschichte» seien – wie für Jean-Marie Le Pen. Sie haben das bestätigt. Wie meinten Sie das?
Ja, ich habe das gesagt. Aber jetzt aufpassen: Ich habe nämlich gleich hinzugefügt, dass es eben auch noch andere Völkermorde gab. Das habe ich bewusst gesagt. Wenn man schaut, was die Kommunisten punkto Völkermord gemacht haben – da spricht niemand darüber. Nur über den Holocaust. Es war wichtig, da mal einen Pflock einzuschlagen. Aber diese Ergänzung wurde totgeschwiegen, weil die Journalisten den Satz aus dem Zusammenhang rissen.

Es gab Demonstrationen, der Holocaust-Überlebende Léon Reich sprach auf dem Zentralplatz. Haben Sie nie gedacht, das besser nicht gesagt zu haben?
Nein. Überhaupt nicht.

Sie haben mal gesagt, Sie bewegten sich bewusst «am Rande der Legalität».
Das habe ich sogar vor Gericht gesagt. Ich habe immer gewusst, wie weit ich gehen kann.

Wieso provozieren Sie so gerne?
Weil man sonst nicht gehört wird. Ich habe immer so gesprochen, wie ich gedacht habe, und so gedacht, wie ich gesprochen habe. Ich will mir doch heute nicht überlegen, was ich gestern zusammengelogen habe.

Mit mehr Konsens wären Sie wohl mehrheitsfähiger gewesen.
Mehrheitsfähig ist man dann, wenn man den Linken und Grünen dienlich ist. Das habe ich nie gemacht.

Sie sagten oft, Sie seien immer in der Minderheit gewesen, hätten immer gekämpft. Ist das nicht frustrierend? Wie Sisyphos mit seinem Stein.
Wie Sisyphos kam ich mir überhaupt nicht vor. Ich bin in eine Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hineingeboren. Wir waren nicht arm, aber auch nicht reich. Ich bin anständig erzogen worden, mir ist Respekt und Achtung beigebracht worden. Auch Achtung vor der Natur, darum sage ich, dass ich dafür die Grünen nicht brauche. Die haben mir nicht vorzuschreiben, wie ich mich zu verhalten habe. Jedenfalls hätte ich als Kind gerne mal eine Modelleisenbahn gehabt, das haben wir uns aber nicht leisten können. Also habe ich Schuhe zusammengebunden und die als Eisenbahn gebraucht.

Worauf wollen Sie hinaus?
Dann kamen die Grünen und die Verzogenen. Und jetzt geht es nur noch abwärts. Meine Aufgabe ist, hier den Finger draufzuhalten. Ob es etwas nützt oder nicht, ist mir Wurst.

Was bedeutet «abwärts» für Sie?
Während einer Stadtratssitzung in Zeiten der Pandemie hielt eine Juso-Stadträtin ein Votum, ich weiss nicht mehr, wozu. Ich meldete mich und sagte ihr etwas, das mir schon lange auf der Zunge gebrannt hatte; ich wartete nur auf den richtigen Moment. Ich sagte ihr: Sie gehören zu einer Generation, die im Wohlstand aufgewachsen ist, vom Wohlstand profitiert hat und noch immer profitiert, noch nichts geleistet, aber die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Da war es still im Saal. In der Pause wurde ich kritisiert, und ich entgegnete: Stimmts oder stimmts nicht? Das meine ich mit «es geht abwärts». Die Ideologen sind verzogene Rotzgoofen.

«Ich wurde viermal öfter in die Regierung gewählt, als gewisse Leute gehofft und noch viele mehr befürchtet haben.»Foto: Luca Schwitalla

Hätten Sie nicht mehr erreicht, wenn Sie Ihre Botschaft in einem anständigen Ton platziert hätten?
Nein. Ich habe relativ rasch gemerkt, dass das nicht funktioniert. Ich wurde viermal öfter in die Regierung gewählt, als gewisse Leute gehofft und noch viele mehr befürchtet haben.

Ihre politische Karriere war von Rassismusvorwürfen begleitet, Stichwort Kosovo-Pressemitteilung.
Hören Sie, sobald man etwas sagt, was den Linken nicht passt, kommt der Vorwurf Rassismus. Ja, ich habe mal eine Pressemitteilung mit dem Titel «Kosovo, der 27. Kanton?» rausgelassen. Darin schrieb ich, es sei erwiesen, dass Einwanderer aus dem Kosovo eine höhere Kriminalitätsrate hätten. Am Schluss schrieb ich: Die Freiheitspartei will keine neuen Schweizer mit einer kriminellen Vergangenheit.

Sie wurden angezeigt.
Angezeigt, verurteilt, von Schweizer Richtern, wegen Rassismus. Ich zog weiter ans Obergericht in Bern, auch hier verurteilten Schweizer Richter mich, einen Schweizer, weil ich die Wahrheit sagte. Also ging ich vor Bundesgericht. Ich wollte wissen, ob wir Schweizer im eigenen Land noch die Wahrheit sagen dürfen. Das Bundesgericht hat mich freigesprochen.

Haben Sie sich bestätigt gefühlt oder hatten Sie einfach Glück?
Ich habe mich bestätigt gefühlt. Die Pressemitteilung habe ich bewusst so verfasst, dass der Strafbestand des Rassismus gar nicht erfüllt wurde.

Auch hier wieder: Bewusst am Rande der Legalität.
Es ist ja erwiesen, dass Ausländer aus gewissen Herkünften allgemein höhere Kriminalitätsraten haben als Schweizer. Oder auch Deutsche, oder Franzosen.

Experten sagen, dass bei Kriminalitätsstatistiken andere Faktoren eine Rolle spielen. Bei Geflüchteten etwa fehlende Integration, Arbeitsbewilligungen oder unsichere Aufenthaltsstatus. Spielt das für Sie keine Rolle?
Nein, diese Faktoren dürfen keine Rolle spielen. Sonst müssten wir ja jede kriminelle Handlung entschuldigen. Denn jeder hat eine Rechtfertigung für sein Tun.

Sie haben mal gesagt, Sie hätten für fast alle politischen Anliegen, für die Sie sich eingesetzt haben, früher oder später recht erhalten. Woran denken Sie dabei?
Die illegale Einwanderung etwa. Ich sagte immer, wenn man fremde Kulturen in unser Land lässt, dann gibt es Schwierigkeiten. Andere hingegen fanden, es sei eine Bereicherung. Jetzt sehen wir, wo wir sind. Schauen Sie sich die Islamisten an: Wir hatten bisher Schwein, bei uns ist nie was passiert. Aber ich habe das Gefühl, irgendwann chlöpfts auch hier.

Sie sagen selbst, dass hier noch nichts passiert sei. Inwiefern haben Sie Recht bekommen?
Mit der Kriminalität zum Beispiel. Oder mit diesen Hasspredigern, wie der von Nidau.

Was ist Ihr Stempel, den Sie dieser Stadt als Polizeidirektor aufgedrückt haben?
Ich habe der Polizei den Rücken gestärkt. Jeden Tag habe ich das Wachjournal erhalten, in dem niedergeschrieben wurde, was in der Nacht passiert ist. Da fielen mir manchmal bestimmte Häufungen auf, die ich dem damaligen Polizeikommandanten mitgeteilt habe. Aber ich habe nie reingeredet. Ich hatte keine polizeiliche Funktion, ich war der politische Vorgesetzte.

Kennen Sie den Big Brother Award?
Schwach sagt mir das noch etwas.

Sie wurden 2005 für Ihr Lebenswerk damit ausgezeichnet, wegen Ihres Vorpreschens in Bezug auf Überwachungskameras im öffentlichen Raum.
Das weiss ich nicht mehr. Ich weiss nur noch, dass ich mal auf eigene Kosten nach Monaco gereist bin und mir dort die Kameras angeschaut habe.

Warum Monaco?
Es hat mich interessiert. Die gesetzlichen Grundlagen sind dort ganz anders als in Biel, es wird etwa auch in Cafés oder Läden reingefilmt. Eigentlich überall, wo öffentlicher Raum ist. In Monaco kann eine schmuckbehangene Frau gefahrlos Tag und Nacht durch die Strassen laufen.

Könnten Sie sich eine solche Überwachung auch in Biel vorstellen?
Nicht so heftig. Aber glauben Sie mir, als ich in Monaco in der Zentrale war und dort die riesige Wand voller Bildschirme gesehen habe – das war eindrücklich.

Das Bild erinnert an den klassischen Überwachungsstaat.
Es ist nicht Überwachung, sondern Prävention. Die Bilder werden gespeichert, aber dort sehen sie nicht alle, nur etwa drei Personen. Alles wird nach 48 Stunden gelöscht.

Ihr Sohn Martin Scherrer ist auch in der Politik. Er wurde als «der brave Scherrer» bezeichnet.
Das stimmt. Aber er kann auch giftig werden! Er ist gut rausgekommen. Es hätte auch anders kommen können, ich habe ihm nie eine politische Meinung indoktriniert. Wir haben ihm lediglich Anstand und Leistungsbereitschaft beigebracht.

Leistungsbereitschaft?
Ich war damals Baudirektor und gab ein Interview im Bieler Tagblatt. Da sagte ich, dass mein Sohn ein Velo wollte, das er auch bekommen hat. Aber nicht einfach so, nein, er musste seinen finanziellen Anteil daran leisten, im Rahmen seiner Möglichkeiten. Das kam nicht gut an, ich sei ein Rabenvater, wurde mir gesagt.

Hätten Sie gewollt, dass er manchmal mehr auf den Tisch haut?
Nein. Er kam im Stadtrat sehr gut an. Über mich wurde mal geschrieben: «Die Bürgerlichen mieden ihn, die Linken hassten ihn.» Ich habe das in meiner Abschiedsrede zitiert. Das mit den Linken stimmt. Das ist aber ein Qualitätssiegel.

Dass die Linken Sie hassen?
Ja. Wenn es nicht so wäre, hätte ich etwas falsch gemacht.

Hassen Sie die Linken auch?
Ich habe den Wandel der Linken miterlebt, vom Nationalrat 1987 bis heute. Seinerzeit hatte ich zu gewissen SP-Leuten beste Beziehungen. Dann begann es zu kippen. Es gab eine Kleiderordnung im Nationalrat: Herren Anzug und Krawatte, Frauen schickliche Kleidung. Dann fing es an, dass einer plötzlich im Rollkragenpulli kam. Die Zeiten begannen zu verludern. Und dann kamen die Ideologen.

« Je ne regrette rien, Edith Piaf. »

Corrado Pardini von der SP sagte mal über Sie, Sie seien sich immer treu geblieben, hätten aber oft die Grenzen des Anstands überschritten.
Was ist die Grenze des Anstands?

Sie verläuft nach den Umgangsregeln, die die Gesellschaft unter sich ausmacht.
Nein, die die SP aufstellt. Ich wiederhole: Wer sagt, wo die Grenze des Anstands ist? Angenommen, ich würde Ihnen sagen, Sie seien ein Schlitzohr – hätte ich dann eine Grenze überschritten? Und selbst wenn: Es ist nicht strafbar, solange es keine Beschimpfung ist.

Ist Strafbarkeit das Mass der Dinge?
Für mich schon, das ist klar.

Gibt es dennoch eine Aussage, die Sie heute nicht mehr so treffen würden?
Nein.

Sie bereuen nichts?
Je ne regrette rien, Edith Piaf.

38 Jahre Politik, viele Ämter, noch mehr Schlagzeilen – was würde auf Ihrem politischen Grabstein stehen?
Unermüdlicher Kämpfer oder irgendetwas Ähnliches.

Würden Sie sich als verbittert bezeichnen?
Nein, ich schau’ dem Zug jetzt einfach zu. Aber hier in Biel werden immer mehr 30er-Zonen eingeführt. Was in dieser Stadt in Sachen Signalisation abgeht, ist der blanke Horror. Eine Person, irgendwer, macht, was er will, die Gesetze interessieren ihn nicht. Da schalte ich mich jetzt ein.

Sie werden nicht von der politischen Bildfläche verschwinden?
Es geht um das Durchsetzen des Gesetzes. Zu Tempo 30 gibt es eine Verordnung, und die wird in dieser Stadt mit Füssen getreten. Nicht mal mit Füssen, mit Nagelschuhen.

Was haben Sie vor?
Ich suche zunächst das Gespräch. Das ist eigentlich nicht meine Art. Und wenn es nicht klappt, gehe ich weiter. Ich habe verschiedene Varianten offen.

Sie haben viel über die Linken geflucht in diesem Interview. Können Sie auch etwas Positives sagen?
(überlegt) In Biel nicht.